Silly
schrieb über Schule am Samstag. Da fiel mir eine Anekdote ein, die sich vor knapp dreizehn Jahren im Leben des jungen Malte zugetragen hat:
Als ich 16 war
hatten meine Eltern genug von mir und steckten mich ins Internat musste ich die Schule wechseln, da unsere
Inselschule mangels Masse keine Oberstufe anbieten konnte. Da ging es also nach Esens, mitten im tiefsten Ostfriesland, um ‘Heimi’ im dortigen
Internat zu werden. Das erste Jahr war man da grundsätzlich ‘Neuer’ — also quasi Fußabtreter, Brötchenholer und unfreiwilliger Kaltduscher in einer Person (dennoch war es das beste Jahr meiner Oberstufenzeit

).
Eines Freitagabend im November war in der nahegelegenen Disco “Miss Esens Wahl”. Ein ‘Alter’ wollte sich das genausowenig entgehen lassen wie ich und so radelten wir zwei dort hin. In dem Gedränge haben wir uns kurz vor dem Rückflugtermin (die ‘strengen’ Heimregeln sahen vor, dass man als U18 bis Mitternacht zurück sein musste) verloren und so wartete ich am Eingang auf ihn — inkl. seiner Jacke in der Hand. Es wurde später und später, aber in der damaligen Zeit gab es noch keine Handys, sodass ich um kurz vor Mitternacht entschied, mich auf die Socken zu machen. Zu dumm nur, dass die Räder zusammengeschlossen waren und der Mitschüler die Schlüssel hatte. Ich nahm also die Beine in die Hand und joggte querfeldein durch den Wald zum
Haus Drei, wo ich auch schon sehnsüchtig von meinem späteren Physik-LK-Lehrer erwartet wurde. Nach einer kurzen, aber noch freundlichen Ermahnung, das nächste mal doch ein wenig pünktlicher zu sein, schloss er das Haus hinter mir ab und ging hinüber ins Zweite, in dem er den Mitschüler erwartete und wo er auch seinen Nachtdienst verbrachte.
Für mich war der Abend aber noch nicht gelaufen, denn nun, als die Luft rein war, meinten die ‘Alten’, uns ‘Neue’, die wir das Wochenende nicht nach Hause gefahren sind, Duschen zu müssen (siehe oben: ‘Unfreiwilliger Kaltduscher’). Wer als Neuer Wert auf ein harmonisches Zusammenleben legte, duschte übrigens ohne große Widerworte zu geben, wenn die Alten es so wollten. Logisch: Denn wer sich wehrte und anstellte gab ein noch viel besseres Ziel ab. Aber zurück unter die Dusche: Ich war noch nicht mal ganz nass, als der Mitschüler aus dem
Haus Zwei im Duschraum stand. Er muss gleich nach der Ermahnung des Lehrers und dem Schließen seiner Zimmertür wieder durchs Fenster raus sein, so schnell war er da. Und brüllte mich an: “Sie zu, dass Du unter der Dusche wegkommst. Zieh Dich an, wir müssen dringend wieder los! Ich will den Bikini-Durchgang nicht verpassen!”. Tja, was soll ich machen — Anweisung eines Alten. Gesagt, getan: Eine Viertelstunde später waren wir ‘ausgestiegen’ und wieder in der Disco. Allerdings nicht, ohne dass ich mir die ganze Zeit sein Gefluche anhören musste: Zum einen habe ich viel zu lange gebraucht, um aus der Dusche wieder rauszukommen und abmarschbereit zu sein, zum anderen waren ja die Fahrradschlüssel in seiner Jacke, die ich die ganze Zeit durch die Gegend getragen habe...
Von der Bikinirunde bekamen wir zwar nur noch recht wenig mit, da es einerseits ja brechend voll war, andererseits die ersten schon durch waren, als wir dort wieder aufgeschlagen sind. Das hielt uns aber nicht davon ab, noch das ein oder andere Bier zu trinken und bis nach drei zu feiern.
Das Problematische an der Geschichte war allerdings, dass wir am Samstag ja Unterricht hatten. Nach knapp vier Stunden Schlaf musste ich mich also wieder rausquälen. Nicht nur, um pünktlich im Unterricht zu erscheinen, sondern auch noch, um zum Frühstück gehen zu können. Als einer der wenigen Neuen an dem Wochenende, hatte ich nämlich mehr als genug Aufträge, Brötchen für die Alten zu schmieren (siehe oben: ‘Brötchenholer’). Die ersten zwei Stunden hatten der Mitschüler (den ich auch mit Brötchen versorgte, damit er erst um fünf vor Unterrichtsbeginn aufstehen musste) und ich Schwimmen! Wie fies ist das denn bitteschön? Da kriecht man schon auf dem Zahnfleisch, hat schon mehr getan als andere den ganzen Tag auf der Arbeit und muss dann auch noch Schwimmen!
Dass ich zur zweiten Halbzeit, also den beiden Mathestunden, nun alles andere als fit war, erklärt sich von selbst. Das wäre ja an sich nicht so tragisch gewesen — wenn wir nicht eine Klausur geschrieben hätten. Aber selbst die überstanden wir und danach konnten wir endlich den zweiten Teil der Nachtruhe antreten.
Aus der Klausur wurden übrigens jeweils 15 Punkte. Wir waren die beiden Besten. Unsere Vorbereitungstaktik haben der Mitschüler und ich noch öfter versucht anzuwenden — allerdings nie mehr mit ähnlichem Erfolg...
Kommentare
Wed, 28.12.2011 13:54
Ich verstehe nicht, wo das Pro blem her kam. Bei mir installi erte Ubuntu auf einem Dell- La ptop sofort ohne Problem [...]
Tue, 04.01.2011 08:22
Wow zu Lunik wär ich auch gern gegangen! Könnte euch nen Bericht über Rock im Park näc hstes Jahr liefern, auch [...]
Wed, 19.05.2010 23:37
Wirklich echt schöne Videos vo m A380! Ein tolles Flugzeug!
Thu, 21.01.2010 01:14
Zufällig grade hier gelandet. Du hättest auch über System un d sprachverwaltung gehen könne n sollst sowieso machen [...]
Wed, 20.01.2010 19:55
Eben und aus genau dem zuletzt genannten Grund sind Linux un d ich auch immer noch keine Fr eunde