Wie ich ja Sonntag schrieb, ist mein Rechner (schon seit Monaten) kaputt. Mittlerweile habe ich auch das Mainboard und Grafikkarte und den RAM ausgetauscht, aber das Problem besteht weiter, sodass es eigentlich nur noch der Prozessor sein kann. Einen passenden mit eben der Leistung bekomme ich allerdings leider nicht mehr, weil es eine hochgezüchtete Medion-Spezialanfertigung ist. Da der Rechner aber eh vier Jahre alt ist, wird er demnächst dann abgelöst. Und da das meiste, was man (privat) am Rechner macht eh im Netz abläuft, hat mich das in den letzten Monaten auch noch nicht allzu sehr gestört (OK: Zugriff auf einige Daten der SATA-Platten, die ich in die anderen Rechner mangels SATA nicht mal eben so einstöpseln kann wäre schon schön gewesen...).
Mittlerweile werden die Rufe “Kann ich jetzt auch endlich mal an
meinen Rechner” seitens meiner Liebsten aber immer energischer und so habe ich mir mal einen Uralt-PC (80GB HDD, 1700 MHz AMD Sempron(?), 512 MB RAM) geschnappt, um “mal eben” Linux drauf zu installieren.
Und da ich im Gegensatz zu Debian, Redhat, Yellow Dog und Suse bisher noch nichts mit Ubuntu zu tun hatte, wollte ich das doch gleich mal ausprobieren. Aber man kennt das ja: Man installiert eine ganze Zeit lang und als das System das erste mal richtig hochfährt kommt als erstes die Meldung, das noch Updates von ca. 500MB nachgeladen werden müssen. Also dachte ich mir: Suchst Du Dir einen Netinstaller, so braucht man nicht zweimal 500 MB runterladen und auch nur die halbe Zeit. Das klappte auch alles so weit ganz gut: Das 12MB-Iso war fix gebrannt, ab in den alten Rechner damit und: Nix. Das Combo-Laufwerk scheint wählerisch zu sein, was CDs angeht. Noch mal auf einen anderen Rohling gebrannt und: Nix.
Gut. Was solls. Wir haben ja noch ein anderes Laufwerk griffbereit. Angestöpselt, CD rein und auf dem Bildschirm steht
boot:_
Super! Also die Eingabetaste gedrückt: Nix. WTF! Und warum leuchtet die NumLock-LED nicht? Natürlich, Murphy schlägt zu. Wo man sich im BIOS noch fleißig der Tastatur bedienen kann, vergisst der Rechner einen Schritt weiter wieder, dass er mit USB-Tastaturen eigentlich umgehen kann. Also noch ein alte PS2-Human Interface Device rausgekramt und ab dafür: "Disk Error 10". Auf der anderen gebrannten CD (die im neuen Laufwerk natürlich auch funktionierte) das gleiche Problem. Und ja: Die MD5-Checksumme stimmte. Und abgeschlossen war die CD auch.
Was blieb also übrig: Doch der Umweg, erst die veralteten Pakete einer echten CD zu installieren, um dann die Updates nachzuschieben. 20 Minuten später war dann das ISO auch heruntergeladen, gebrannt und eingelegt. Ein paar Dinge eingestellt: Partitionierung, Zeitzone und Sprache (Deutsch!) ging es los. Nachdem der Fortschrittsbalken auf 51% sprang, lächelte mir der Text “Die Installation ist fast abgeschlossen!” entgegen. Welch Sarkasmus der Programmierer doch wohl hatte...
Nundenn: Eine Viertelstunde später war es dann auch so weit und ich konnte loslegen — mit den Updates. Waren dann auch nur 450 MB und gute zehn Minuten Zeitaufwand.
Positiv fand ich, dass Ubuntu mir sagte, dass man mit den original NVidia-Treibern sicherlich “noch mehr” (als die Anzeige nur auf einem Bildschirm darzustellen?) aus der Grafikkarte herausholen könne, aber dies ja kein OpenSource sei. Ein Klick weiter und die Treiber und Einstellungssoftware war trotzdem geladen. Nach einem Reboot hatte ich dann auch beide Monitore aktiv, jedoch nur einmal in voller Auflösung, der zweite — analog angeschlossene — wurde nicht erkannt und wurde dann sicherheitshalber in einer Maximalauflösung von 640x480 betrieben. Es war weder durch die Erkennung noch sonstwie über die grafische Benutzeroberfläche möglich, dem Rechner zu verklickern, dass er doch einfach einen "Generic 1280x1024" annehmen soll. Erst nach einer halben Stunde Googeln habe ich dann einen passenden Auszug gefunden, den ich schließlich in die /etc/X11/xorg.conf eintragen konnte. Nach dem "/etc/init.d/gdm restart" lief es dann endlich. Wie zum Teufel soll das denn jemand hinbekommen, der noch nie was von X11 etc. gehört hat hinbekommen?!?
Nachdem nun alles optisch schon mal ganz in Ordnung aussah, wollte ich ein paar Sachen einrichten: Der Firefox hat sich ja schon als recht brauchbar erwiesen, die ersten Bookmarks habe ich dann auch gleich eingerichtet. Nun noch Eben den Thunderbird einrichten. Thunderbird? Ach so. Man setzt unter Ubuntu eher auf Evolution? Egal: Nachdem ich Endlich das Softwaremanagement gefunden habe (nein, nicht in einem der beiden Systemorder, sondern als letzter Punkt im Anwendungsstartmenü...), waren es auch nur noch zwei, drei Klicks bis der Donnervogel installiert war. Auf Englisch. Wozu habe ich eigentlich das System damals auf Deutsch aufgesetzt? Warum schaffen sie es, den als Standard installierten Firefox auf Deutsch zu installieren, aber den Thunderbird nicht?
Tante Google war auch hier wieder mein Freund: "sudo apt-get install language-support-de", sagte man mir. Da ich ein Freund von apt bin, war das dann auch kein Thema und fix erledigt. Nur half es nichts. Nochmal gegoogelt: "sudo apt-get install thunderbird-locale-de" fehlt noch.
Juhu. Endlich habe ich den Rechner schon mal so weit, dass man Mailen und Surfen kann. Hat ja auch nur eineinhalb Abende gedauert.
Ich nutze Linux ja auch in der Firma und finde viele Dinge ja auch richtig gut (apt bzw. zypper und das damit zusammenhängende Updateverfahren für eben fast alle Programme), aber wie soll man denn bitte einen Linux-Newbie dazu bringen, das mal zu installieren, wenn man selbst doch schon recht stark gefordert wird?
Kommentare
Wed, 28.12.2011 13:54
Ich verstehe nicht, wo das Pro blem her kam. Bei mir installi erte Ubuntu auf einem Dell- La ptop sofort ohne Problem [...]
Tue, 04.01.2011 08:22
Wow zu Lunik wär ich auch gern gegangen! Könnte euch nen Bericht über Rock im Park näc hstes Jahr liefern, auch [...]
Wed, 19.05.2010 23:37
Wirklich echt schöne Videos vo m A380! Ein tolles Flugzeug!
Thu, 21.01.2010 01:14
Zufällig grade hier gelandet. Du hättest auch über System un d sprachverwaltung gehen könne n sollst sowieso machen [...]
Wed, 20.01.2010 19:55
Eben und aus genau dem zuletzt genannten Grund sind Linux un d ich auch immer noch keine Fr eunde